Hinter den Kulissen eines Deep Fakes
Vom Aufbau eines persönlichen Avatars
Die meisten von uns haben ganz bestimmt schon Deep Fakes gesehen, mit KI manipulierte Videos, die z.B. den Papst in weißer Daunenjacke zeigen, Katzen, die Gitarre spielen oder Elon Musk und Donald Trump, die als Babys oder Rapper ihr Publikum amüsieren.
Das ist mittlerweile mehr oder weniger beeindruckend und manchmal auch lustig. Bedenklich wird es, wenn wir die Manipulation auf den ersten Blick gar nicht mehr erkennen.
Wer mich näher kennt, weiß vielleicht schon von meinem Projekt "Mini Olli". Hier versuche ich die Grenzen beim Aufbau eines Avatars bzw. eines digitalen Zwillings auszuloten. Bei solch einem Vorhaben, muss man bereit sein, sich quasi selbst zu deep-faken.
Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass dies eine gewöhnungsbedürftige Angelegenheit ist. Zu sehen, wie mein digitales Abbild zum Leben erwacht und stellvertretend für mich Dinge sagt, die so nie über meine Lippen gekommen sind, macht nachdenklich.
Wir können und dürfen uns diesen Technologien nicht verschließen, denn sie bestimmen zunehmend unsere medialen Erfahrungen. Wir müssen sie nicht in jeder extremen Form einsetzen, aber wir sollten versuchen, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, was bereits alles möglich ist, wo die Potentiale, Chancen und Risiken liegen. Nur so kann ein solides Urteilsvermögen wachsen.
Digitalstratege & KI Realist / Berliner / Jahrgang '73 / seit rund 30 Jahren beruflich in der Internetbranche tätig / Gründer und Geschäftsführer der AI ANTWORT:INTERNET GmbH
Weitere Artikel
Plattformabhängigkeit im Mittelstand
Mitte der Neunziger war eine Internetadresse auf dem Firmenwagen ein kleines Statement: Seht her, wir sind drin! Was hinter dem „www“ steckte, war eher zweitrangig. Hauptsache, die Adresse fuhr mit.
Diese Woche fährt wieder eine Adresse spazieren, diesmal durch Manhattan. Und diesmal haben wir von ANTWORT:INTERNET sie gebaut.
Warum Abwarten bei KI im Mittelstand keine Strategie ist – eine Lehre aus dem Dotcom-Crash
Achtzig Bewerbungen, null Einladungen: So begann für mich das Jahr nach dem Dotcom-Crash. Was ich daraus für Unternehmen gelernt habe, die heute bei KI noch abwarten, steht in einem Satz: „Technik lässt sich nachrüsten, Erfahrung nicht."
Lokale KI ohne Cloud: Was im Mittelstand wirklich geht
Ich habe mehrere Sprachmodelle offline auf meinem MacBook zum Laufen gebracht. Was lokale KI im Mittelstand leistet und wo ihre Grenzen sind.
Weiterlesen … Lokale KI ohne Cloud: Was im Mittelstand wirklich geht
Was Jürgen Klopp über KI-Texte verrät – und warum KI die besten Texte schreibt, die niemand findet oder lesen will.
Sind KI-Texte nun gut oder schlecht? Schon lange hatte ich zu diesem Thema einen Text in meiner Schublade, war aber nie so richtig zufrieden damit. Dann kam ausgerechnet Jürgen Klopp und gab mir den entscheidenden Impuls, um diese Frage allgemeinverständlich zu beantworten.
SEO am Ende? Was wirklich dran ist – und was Google dazu sagt
Kaum ein Thema wird derzeit so laut beschallt wie die Frage, was die Künstliche Intelligenz mit der Auffindbarkeit Ihrer Website macht. „SEO ist tot“, heißt es an der einen Ecke. „Alles muss jetzt ganz anders“, an der nächsten. Wer genau hinhört, merkt schnell: Vieles davon ist Geräusch. Der Kampf um das stärkste Buzzword driftet allmählich ins Absurde ab: SEO, GEO, AEO, LLMO, LLMSEO und so weiter und so weiter.
Weiterlesen … SEO am Ende? Was wirklich dran ist – und was Google dazu sagt